
.jpg)
Review and Compilations
Prüfung
Practice and Engagement Insights
Rechnungsprüfung
Neue Studie: Zwei Drittel der Expert:innen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Rechnungswesen nutzen KI aktiv – menschliches Urteilsvermögen bleibt unverzichtbar
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant zu einem strategischen Schlüsselfaktor für die Bereiche Wirtschaftsprüfung und Rechnungslegung. Die Branche erkennt zunehmend das enorme Potenzial von KI, Effizienz zu steigern, Prüfungsfelder umfassender abzudecken und die Prüfungsqualität nachhaltig zu verbessern.
Mit der wachsenden Dynamik bei der Einführung von KI zeigt eine neue globale Studie von IDC – gesponsert von Caseware –, dass die Profession den nächsten Schritt geht: KI wird nicht mehr nur getestet, sondern aktiv vorangetrieben. Gleichzeitig bleiben klare Erwartungen an Vertrauen, Governance und professionelles Urteilsvermögen zentral.
Die Studie „IDC Future of Audit and Accounting in the AI Era“, basierend auf einer weltweiten Befragung von über 1.000 Fachkräften, markiert einen Wendepunkt: Die Branche bewegt sich von der Experimentierphase in die konsequente Umsetzung. Bereits zwei Drittel der Befragten (66 %) setzen KI aktiv ein – sei es als integraler Bestandteil der Strategie, in Pilotprojekten oder in gezielten strategischen Initiativen.
Die zentrale Frage lautet daher nicht mehr, ob KI eingesetzt werden soll, sondern wie sie verantwortungsvoll und skalierbar implementiert werden kann. Denn bei aller Innovationskraft bleiben Vertrauen, professionelles Urteilsvermögen und klare Verantwortlichkeiten das Fundament.
KI wird zunehmend eingesetzt, doch der Reifegrad variiert stark
Die meisten Kanzleien haben die Phase rein theoretischer KI-Diskussionen längst hinter sich gelassen. Dennoch entwickelt sich der Reifegrad der Einführung von KI unterschiedlich schnell. Zwar berichten 66 % von einer aktiven Nutzung von KI in gewissem Umfang, doch beschreiben die meisten ihre Initiativen als gezielt und punktuell und nicht als Kanzlei-weit integriert.
KI kommt häufig in spezifischen Aufgabenbereichen oder einzelnen Phasen des Mandats- bzw. Prüfungsprozesses zum Einsatz, anstatt vollständig in durchgängige End-to-End-Workflows eingebettet zu sein.
Diese Unterschiede spiegeln einen bewussten und wohlüberlegten Ansatz wider. Angesichts der regulatorischen Anforderungen sowie der hohen fachlichen und reputativen Verantwortung in der Wirtschaftsprüfung und Rechnungslegung setzen Organisationen bei der Ausweitung ihrer KI-Nutzung konsequent auf Kontrolle, Validierung und Vertrauen.
Was den Fortschritt verlangsamt: Hürden in der praktischen Implementierung
Während Kanzleien den Schritt von der Experimentier- in die Umsetzungsphase gehen, verweisen die Befragten weniger auf Skepsis gegenüber KI selbst als vielmehr auf praktische Herausforderungen bei der Skalierung.
Als größte Hürde für die Einführung von KI nennen 34 % der Befragten die Implementierungskosten. Dicht dahinter folgt der Mangel an technischem Fachpersonal (30 %) – ein deutlicher Hinweis auf die Qualifikationslücke, mit der viele Unternehmen konfrontiert sind, wenn sie ihre KI-Initiativen ausweiten.
An dritter Stelle steht regulatorische Unsicherheit (17 %), was die anhaltende Bedeutung von Compliance, Validierung und Aufsicht widerspiegelt. Weitere Herausforderungen sind kulturelle Widerstände gegenüber Veränderungen (11 %) sowie ethische Bedenken oder Vertrauensfragen (8 %).
Insgesamt zeigen die Ergebnisse: Das Tempo der KI-Einführung wird weniger durch Zweifel an der Technologie bestimmt als durch die Anforderungen einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Implementierung.
Verlässliche Ergebnisse im Fokus: Der Beitrag von KI zur Prüfungsqualität
Despite these challenges, confidence in AI’s potential impact on audit quality is strong. More than half of respondents (53%) strongly agree or agree that AI tools can improve audit quality.
Professionals see AI as a way to increase consistency, expand coverage across larger data sets and strengthen risk identification. By supporting data-intensive tasks, AI enables auditors to focus their professional judgment where it matters most.
Importantly, this confidence reflects optimism about outcomes, not blind trust in automation. Respondents consistently emphasize that AI should augment, not replace, human expertise.
Vertrauen, Validierung und klare Verantwortlichkeiten bleiben entscheidend
Trotz dieser Herausforderungen ist das Vertrauen in das Potenzial von KI zur Verbesserung der Prüfungsqualität hoch. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 %) stimmt stark oder eher zu, dass KI-Tools die Qualität von Abschlussprüfungen steigern können.
Fachkräfte sehen in KI die Möglichkeit, Konsistenz zu erhöhen, größere Datenmengen umfassender abzudecken und die Risikoidentifikation zu stärken. Durch die Unterstützung datenintensiver Aufgaben verschafft KI Prüferinnen und Prüfern den Freiraum, ihr professionelles Urteilsvermögen dort einzusetzen, wo es den größten Mehrwert schafft.
Wichtig dabei: Dieses Vertrauen beruht auf einer positiven Einschätzung der Ergebnisse – nicht auf blindem Vertrauen in Automatisierung. Die Befragten betonen durchgängig, dass KI menschliche Expertise ergänzen und nicht ersetzen soll.
Von der Erkenntnis zur Umsetzung
Die Dynamik rund um KI in Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung ist real und sie nimmt weiter Fahrt auf. Mit Blick auf die kommenden Jahre sind 76 % der Befragten überzeugt, dass KI den Berufsstand innerhalb des nächsten Jahrzehnts grundlegend verändern wird.
Gleichzeitig macht die Studie deutlich, unter welchen Voraussetzungen diese Transformation gelingen muss. Die Frage ist längst nicht mehr, ob KI die Zukunft von Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung prägen wird, sondern wie souverän, verantwortungsvoll und wirkungsvoll sie in den Arbeitsalltag integriert werden kann.
Im nächsten Beitrag zeigen wir, wie sich diese Erkenntnisse konkret in der Praxis von Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung widerspiegeln.
Entdecken Sie die vollständige IDC-Studie mit detaillierten Kennzahlen und vertiefenden Einblicken zur KI-Adoption in Audit und Accounting.



